Hallo,
wenn Sie ein eifriger Besucher des Café Holunder sind, fiel Ihnen die richtige Antwort natürlich nicht schwer:

Die richtige Antwort lautet:
Beim heutigen Stand der Wissenschaft hat weder Frau Meier noch Frau Huber Recht.
Man kennt keine eindeutige genetische oder umweltbezogene Ursache für "ADHS". Schon gar nicht kann man aus biologischen Familien Rückschlüsse auf Vererbung versus Umwelt ziehen, wie es Frau Huber und Frau Meier machen. Wenn man die Wirkung von Vererbung und Umwelt erfassen will, geben Studien aus biologischen Familien keinen aussagekräftigen Aufschluss, weil in ihnen Genetik und Umwelt miteinander konfundiert vorhanden sind (also gleichzeitig vorhanden und sich wechselweise beeinflussend, deshalb nicht trennbar). Mehr Aufschluss geben aber Studien mit eineiigen und zweieiigen, gemeinsam oder getrennt aufgewachsenen Zwillingen. Aber angesichts der Unschärfe der Diagnose ADHS und der methodischen Schwächen der Studien gewinnt man derzeit auch hieraus keinen klaren Aufschluss. Es wird so sein wie auch sonst: zwischen Vererbung und Umwelt gibt es auch bei ADHS Koaktionen, also Wechselwirkungen. Deshalb darf man keine der beiden Einflussgrößen überbetonen bzw. vernachlässigen. Das gegenwärtige ADHS-Konzept vernachlässigt aber den Umweltfaktor eindeutig.

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